Individuelle Webtypografie III – @font-face via Fonts.com

Gestalt und GehaltAls Premiumanbieter unter den @font-face-Diensten wird sich möglicherweise webfonts.fonts.com etablieren, da sie die Bibliotheken von Linotype, Monotype, ITC, FontBureau und anderen featuren, mit Mainstream-Klassikern wie Neue Helvetica, Frutiger, Univers und 7.000 anderen Fonts.

Noch wirkt die Seite von Fonts.com ziemlich merkwürdig blutleer und man muss … schon ein bisschen lesen, klicken und suchen, bis man zum z.Z. erfreulichen Kern der Sache kommt: In der Beta-Phase der Einführung von Webfonts kann man z.B. die DIN-Schrift und andere Klassetypen gratis nutzen. Und an anderer Stelle wurde schon gemunkelt, dass diese in der Beta-Phase gebuchten Fonts möglicherweise auch gratis bleiben, wenn der Dienst den kommerziellen Betrieb aufnimmt.

Dazu muss man ein Kennwort beantragen. Das hat bei mir ca. einen Tag gedauert. Die eigentliche Implementierung ist dann einfach. Man klickt sich durch ein Menü, in dem man zuerst eine Projekt-Domain angibt, dann Schriften aussucht und auch auswählt, welche Teile der eigenen CSS auf welche Schrift geändert werden soll.

Nochmal zum Unterschied: Anders als bei meinen Demos I und II hat man hier selbst keine Fontdateien in der Hand, die man selbst auf den Server schieben muss, sondern man muss im eigenen HTML-Code dann nur noch einen Link einfügen, mit dem fonts.com Teile der CSS quasi überschreibt.

Ich konnte meine Demo-Seite mit der von mir ausgewählten coolen DIN-Schrift also erfolgreich in Safari (Mac), Firefox (Mac), Chrome (Mac) und Internet Explorer 7 und 8 (PC) testen.

Kritik: Ein riesiges Manko scheint mir zu sein, dass das .svg-Format wohl noch nicht unterstützt wird, da die von mir ausgewählte DIN-Schrift auf meinem iPod touch nicht kommt (nicht in Mobile Safari und auch nicht in Opera Mini). Selbiges wird dann wohl für das iPhone und iPad gelten.

Diese Fallback-Situation kann ja auch für den klassischen Desktop-User bei Server-Ausfall oder bei einem etwaigen Vertragsende bei einem @font-face-Dienst wie fonts.com auftreten und man muss das genau ausprobieren und abfedern. Das kann bei komplexeren Seiten schon zum Problem werden.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Seite beim Laden ein bisschen wackelt, d.h. sie wird erst für Sekundenbruchteile unformatiert angezeigt bis die Schrift, die ja von einem anderen Server kommt, nachgeladen ist.

Außerdem kann ich die Seite nicht lokal in der finalen Typografie testen, weil ich nur die Domain unter der ich später veröffentliche, angegeben habe. Unterm Strich muss Fonts.com noch ein bisschen nachbessern, wenn Sie gegen die Free Font-Möglichkeiten, die nicht nur gratis, sondern sogar noch etwas komfortabler sind, bestehen wollen.

Demo

 
Comments

Fonts.com hat heute den offiziellen Start seines Projekts verkündet und das Kind aus der Beta-Phase entlassen.

Nachgebessert wurde u.a. im Punkt Lokales testen/Offline entwerfen. Wenn man ein Web Font Projekt bei denen angemeldet hat, kann man jetzt zusätzlich einen Desktop Download starten, um wie gewohnt den Entwurfsprozess offline zu beginnen.

Diese @font-face-Einbettung funktioniert auch unter Android 2.2, wie ich gerade sehe.

Jetzt, seit Januar 2011 haben die Seiten, die man umsonst in der Beta-(Werbe-)Phase mit Fonts von fonts.com ausstatten konnte, automatisch ein Werbebanner von 125 x 35 px bekommen. In mein Demo-Layout integriert es sich zufällig sehr gut.

Comments are closed.